Schlagwort-Archive: Provenienzforschung

Bestände aus Klosterbibliotheken in Aachens Gymnasialbibliothek

Eine wichtige Voraussetzung für weiterführende Überlegungen zur Zukunft der historischen Lehrerbibliothek des Kaiser-Karls-Gymnasiums (KKG) besteht in der Erhellung bislang ungeklärter Besitzverhältnisse. Wie bei einer ganzen Reihe von Gymnasialbibliotheken1 haben im Laufe der Zeit auch Bestände aus Klosterbibliotheken Eingang in die historische Lehrerbibliothek des KKG gefunden. Zwei handschriftliche Konvolute vom Beginn des 20. Jahrhunderts helfen, diese Bestände zu rekonstruieren, da sie rund 60 Titel auflisten, die ursprünglich aus Klosterbibliotheken stammen sollen. Eine Erschließung dieser Bestände kann somit auch zur Erforschung der regionalen Ordensgeschichte beitragen.2

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  1. Vgl. zur Bibliothek des Collegium Augustinianum Gaesdonck etwa Magofsky/Nießen/Noeske 2023a, S. 45 und Magofsky/Nießen/Noeske 2023b, S. 342–343. [↩]
  2. Vgl. zu den Beständen der Kreuzherren in Wickrath und Hohenbusch bei Erkelenz ausführlich Nießen 2025 und Nießen 2026a. [↩]

Advent 2025 ∗ 6. Dezember

Präsentieren

Am Tag der offenen Tür im Gymnasium Arnoldinum in Steinfurt präsentiert  Rasmus aus der 7. Klasse den Besuchern den Codex Iustinianus, die älteste Handschrift der historischen Bibliothek:

Codex Iustinianus. Pergament, 14. Jahrhundert. Folio, 259 Bl.; 44×29 cm. Bibliothek des Arnoldinums, Steinfurt; Sign. Jur Fol S1. 

Mit Dank an OStR Ulrich Kraaibeek, Arnoldinum Steinfurt, der uns dazu schreibt:

Der Codex Iustinianus ist eine mittelalterliche Rechtshandschrift auf Pergament aus dem 14. Jahrhundert. Eine genauere Datierung steht noch aus.Der Text des Codex ist nach der sogenannten Talmud Methode mittig auf der Seite zweispaltig angeordnet. Darum herum finden sich fortlaufend Glossen des Glossators Accursius (1181/85-1259/63).

Der Folio Band stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Bologna. Karl Hamann führt in seiner „Beschreibung der Handschriften und alten Drucke der Bibliothek des alten Arnoldinums“ von 1877 in dem “Jahresbericht des Evangelisch Fürstlich-Bentheim’schen Gymnasii Arnoldini“ dazu aus, dass “das feine, sorgfältig geglättete Pergament, ferner der Charakter der Malereien, dann der eigentümliche Schriftzug (sogenannte littera Bononiensis)” für dieses Herkunft sprechen.

Der Frage, wie und wann der Codex nach Burgsteinfurt in die Hohe Schule gelangt ist, wird gerade nachgegangen. (UK)

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Advent 2025 ∗ 4. Dezember

Identifizieren

Fragmente, die den geheften Rücken eines Druck von 1541 festigten und mit dem Einband (datiert 1548) verbunden wurden, werden identifiziert. Besitzereinträge neben der Druckermarke werden  recherchiert und eingeordnet: 

M.[arci] Tulli Ciceronis orationum volumen tertium, post omnes omnium editiones accuratissime emendatum, Venedig: Aldus Paulus Manutius Aldi F.[ilius] 1541. – Bibliothek  des Kaiser-Karls-Gymnasiums, Aachen.

(Mit Dank an OStR Johannes Maximilian Nießen, Kaiser-Karls-Gymnasium Aachen; siehe dazu auch bei bibliotheca.gym: Ein „Hypertext“ von 1541 vom Kaiser-Karls-Gymnasium: Eine Aldus-Ausgabe mit beeindruckendem Einband, interessanten Provenienzen und mittelalterlichen Makulaturen.)

Die “Library of Lost Books” zu Gast in der Alten Synagoge in Essen

Frau Friederike M. Jenderek weist darauf hin, dass der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein K. d. ö. R. am Donnerstag, den 26.06.2025 um 15:00 Uhr   eine Pop-up Ausstellung in der Alten Synagoge in Essen im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr 2025 eröffnet.

Zudem wird Dr. Irene Aue-Ben-David, Leiterin des Leo-Baeck-Instituts in Jerusalem, online einen Vortrag zu dem Projekt halten.

2025_05_15_Library of Lost Books_Final_Poster Essen (A3) 11.10.40

Tag der Provenienzforschung in Berlin

“Zum Tag der Provenienzforschung 2025 präsentieren die Akademie der Künste, die Berlinische Galerie, das Deutsche Historische Museum (DHM), das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin, das Jüdische Museum Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin, die Stiftung Topographie des Terrors, die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, das Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin ein gemeinsames Programm.”