Alte Gymnasialbibliotheken im Osten Europas, die einst zu deutschsprachigen höheren Schulen gehörten, sind noch recht unerforscht. So auch die ehemaligen Schulbibliotheken in Tschechien. Während alte Schulprogramme den Bestandsaufbau solcher Sammlungen oft recht gut dokumentieren, verblassen die Spuren der meisten Bibliotheken nach Veröffentlichung des letzten Schulprogramms, also zumeist in der Zeit des Ersten Weltkriegs.
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Schlagwort-Archive: Inkunabel
Die Inkunabel als Spur zu verschwundenen Gymnasialbibliotheken
Beim Durchstöbern eines Auktionskatalogs 2024 fiel im Museum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig ein Angebot auf: eine Inkunabel mit dem Stempel der Bibliothek des Gymnasiums zu Sagan.
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Gymnasium Carolinum in Osnabrück übergab vom Verschimmeln bedrohten historischen Buchbestand an das Landesarchiv
Archivalia berichtet, und zwar nicht nur per Link, vom aktuellen Übergabemodus aus der Schule ans Landesarchiv; Klaus Graf liefert in seiner Darstellung vielmehr auch einen Überblick über seine Nachforschungen vor einigen Jahren zu dieser Bibliothek, die keinen Eintrag im Fabian Handbuch der historischen Buchbestände bekommen hatte. Die Sammlung, dermaleinst erwachsen aus Sammlungen der Jesuiten und der Franziskaner, war in den 1980er/90er Jahren, als das Handbuch entstand, also unbekannt gewesen, ähnlich wie die übersehene historische Bibliothek des Gymnasiums in Glückstadt von ca. 5000 Exemplaren, die ebenfalls in ungepflegtem Zustand vor fünf Jahren aus einem Schulkeller ans Glückstädter Museum abgegeben wurde. Klaus Graf hatte diese Übergabe entdeckt und in seinem Blog veröffentlicht. Von da an hörte man allerdings aus Glückstadt auch nichts mehr von der Gymnasialbibliothek im Museum.
„to byluelde“ – Thomas von Aquin zum 750. Todestag (7. März 1274)
Am 7. März 1274 starb mit Thomas von Aquin einer der bedeutendsten Denker des Mittelalters. Dies ist Anlass genug, einen kurzen Blick in die älteste Inkunabel der Schulbibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld zu werfen, einer über 550 Jahre alten, frühen Ausgabe der Quaestiones de duodecim quodlibet.
„to byluelde“ – Thomas von Aquin zum 750. Todestag (7. März 1274) weiterlesenManuskriptblätter als Bucheinbände
Vorbemerkung: Unter dem Titel Manuskriptblätter als Bucheinbände hat uns Ulrich-Dieter Oppitz einen Text zur Verfügung gestellt. Oppitz, Jurist, durchforscht seit Jahren historische Bibliotheken nach Fragmenten und Makulaturen. Seine Darstellung für bibliotheca.gym enthält wertvolle Informationen für Bibliothekare und Betreuer historischer Gymnasialbibliotheken. (FN)
Ulrich-Dieter Oppitz
Manuskriptblätter als Bucheinbände
An Büchern, die vor dem Jahre 1700 gedruckt sind, finden sich nicht selten sehenswerte Einbände. Bis zu dieser Zeit wurden Bücher von den Druckern oft ohne Einband versandt und der jeweilige Erwerber ließ sie dann von einem Buchbinder seines Vertrauens einbinden.
Gastvortrag “Die Welt der Inkunabeln” an der ULB Münster
Am 23.01.2024 wird um 18:15 Uhr (Galerie ULB Münster) Dr. Falk Eisermann von der Staatsbibliothek zu Berlin anhand von niederdeutschen und weiteren Beständen der ULB Münster einen Gastvortrag mit Workshop zur Einführung in die “Welt der Inkunabeln” halten.
Ratsgymnasium Stadthagen: die Inkunabelfragmente
Annette Löffler: Die Inkunabelfragmente des Ratsgymnasiums Stadthagen (bei: Iter Austriacum, am 2. November 2023):
[…]Die Bibliothek des Ratsgymnasiums in Stadthagen wird heute im Niedersächsischen Staatsarchiv Bückeburg unter der Signatur Dep. 5 aufbewahrt. Die Bibliothek gliedert sich, begründet durch ihre Entstehung, in drei verschiedene Einzelbibliotheken: die Franziskanerbibliothek des 1486 gegründeten Franziskanerkonvents mit mindestens 150 Büchern, die Schulbibliothek der alten Lateinschule und die Bibliothek des Ludolph Peitmann.[…]
Zur Geschichte des Ratsgymnasiums Stadthagen: Tabellarischer Abriss auf der Schulhomepage
Ludolph Peitmann (1593–1648), geboren in Stadthagen, studiert in Giessen und Rostock, Pastor und Oberprediger, vermachte seine Bibliothek der Schule.
(Hinweis auf den Artikel von Annette Löffler via Archivalia)
“Vom Schreiben und Denken. Die Saga der Schrift”
Unter diesem Titel veröffentlicht ARTE in seiner Mediathek eine sehenswerte dreiteilige Doku-Reihe. Die Filme sind gut gemacht, informativ und ansprechend für ein breites Publikum.
UPDATE:
Die drei Filme sind unterdessen leider nicht mehr in der Arte-Mediathek erreichbar, aber noch bei Youtube anzuschauen:
- Teil 1: Die Ursprünge
- Teil 2: Imprimatur. Buch und Zivilisation
- Teil 3: Eine neue Ära
UPDATE 2024:
Erneut sind die drei arte-Filme umgezogen und haben sich unterdessen getrennt niedergelassen:
- Teil 1: Die Ursprünge (bei vimeo)
- Teil 2: Imprimatur. Buch und Zivilisation (bei Youtube)
- Teil 3: Eine neue Ära (bei internet archive)
Advent 2021.20
Advent 2021.16
16. Dezember
Grabeskirche Jerusalem
BSB-Ink B-909. GW 5075. ISTC ib01189000. Bod-inc B-552. Schlechter/Ries 424. Sack: Freiburg 813.
(Bibliothek des Christianeums, Hamburg)
Advent 2021.12
12. Dezember
Parens, Istrien (heute Poreč)
BSB-Ink B-909. GW 5075. ISTC ib01189000. Bod-inc B-552. Schlechter/Ries 424. Sack: Freiburg 813.
(Bibliothek des Christianeums, Hamburg)
Advent 2021.11
11. Dezember
Biblia cū Concordantiis. Uetieris et Noui testamēti. Sanctus Hieronimus interpres biblie. Straßburg, Johannes Grüninger, 16.4.1497. Bl. 1r. 2° (Bielefeld Gy O 25) (ISTC ib00600000) (GW 04277).
Titelseite der 1497 von Johannes Grüninger in Straßburg gedruckten kommentierten Bibelausgabe mit zweigeteiltem Holzschnitt (11,8 x 14 cm) zum Heiligen Hieronymus, links vor einem Kruzifix kniend und rechts am Schreibtisch in seinem Studierzimmer als Übersetzer der Bibel. Titel und vier Distiche, u.a. zu Hieronymus‘ überragender Bedeutung als maßgeblicher Schöpfer der Vulgata, ergänzen den Druck. Handschriftliche Besitzvermerke des Mindener und Bielefelder Franziskanerkonvents sowie ein Stempel der Bielefelder Gymnasialbibliothek wurden ebenso wie weitere Notizen nachträglich hinzugefügt.
Literatur
Bertram, T. (1906): Beschreibung der Inkunabeln, die sich in den Bibliotheken des Gymnasiums und der Altstädter Kirche zu Bielefeld befinden. Beilage zu dem Programm des Gymnasiums und Realgymnasiums zu Bielefeld. Ostern 1906. Leipzig, hier S. 6 f.
Magofsky, B. (2020): Der heilige Hieronymus im Gemäuer. Religiöse Handschriften, Inkunabeln und Bücher aus dem Bielefelder Franziskanerkloster in der Schulbibliothek des Ratsgymnasiums. In: Zeitarbeit. Aus- und Weiterbildungszeitschrift für die Geschichtswissenschaften 2/2020. S. 44-64, hier S. 53-57. Online unter: https://majournals.bib.uni-mannheim.de/zeitarbeit/article/view/147/104.



