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Führung zum ehemaligen Augustinerkloster am Tag des offenen Denkmals®

Am 12. September 2026 öffnete das Kaiser-Karls-Gymnasium für den Tag des offenen Denkmals® (bundesweit koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz) seine Türen. Bei einer Führung konnten rund 40 interessierte Besucherinnen und Besucher mehr über die Geschichte der Schule und insbesondere über das ehemalige Augustinerkloster erfahren, das sich früher auf dem heutigen Schulgelände befand.

(c) historische Sammlung KKG, digital bearbeitet von Rayhana Yousfi, 2026.
Ehemaliger Kreuzgang des Aachener Augustinerkonvents, (c) historische Sammlung KKG, digital bearbeitet von Rayhana Yousfi, 2026.

An der Gestaltung und Durchführung der Führung waren Johannes Maximilian Nießen, die engagierten Schülerinnen und Schüler Kiran Felix Moza, Rayhana Yousfi, Yara Issa, Minea Lana Bogunovci und Oleksandr Soshnikov sowie der ehemalige Schulleiter Jürgen Bertram und der ehemalige Schüler und Vorsitzende der Vereinigung der Ehemaligen, Marco Sievert, beteiligt.

(c) Wolfgang Wang, 2026.
Beginn der Führung auf dem nach dem ehemaligen Kreuzgang benannten Schulhof Quadrum, (c) Wolfgang Wang, 2026.

Die Führung begann auf dem Quadrum, dem heutigen Schulhof, mit einer Einführung in die Geschichte des ehemaligen Augustinerklosters und dessen Kreuzgangs. Danach ging es zu den erhaltenen Grabplatten der Augustiner direkt neben der Aula. Anhand dieser Grabplatten wurde die Geschichte einzelner Ordensmitglieder greifbarer. Zunächst stellte Maximilian Nießen die erste Grabplatte von Prof. Nicolaus Girken vor und gab den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in seine Geschichte. Kiran präsentierte darauf die Biografie der Gebrüder von Rohe.

Grabplatte von Nicolaus Girken, (c) Johannes Maximilian Nießen 2025.
(c) Johannes Maximilian Nießen, 2023.
Grabplatte der Gebrüder von Rohe, (c) Johannes Maximilian Nießen, 2023.

Danach führte der Weg in die Aula Carolina, wo Minea und Oleksandr eine weitere Grabplatte vorstellten. Im Mittelpunkt stand dabei Fulgentius Heuschen. Neben der Inschriften auf den Gräbern ging es auch darum, die Personen historisch einzuordnen und Einblicke in die Zeit zu geben, in der die Augustiner in Aachen wirkten.

Grabplatte von Fulgentius Heuschen, (c) Johannes Maximilian Nießen 2023.

Darauf berichtete der ehemalige Schulleiter Jürgen Bertram über die Geschichte der Aula aus einer persönlichen Perspektive. Er erzählte, wie die Aula im Laufe der Jahre genutzt, verändert und renoviert wurde und wie sie zu seiner aktiven Zeit als Schüler, Lehrer und Schulleiter aussah.

Die Geschichte der Gebäude rund um das ehemalige Kloster wurden von Rayhana vorgestellt. Dabei ging es unter anderem um die früheren Besitzungen der Augustiner und was heute aus Ihnen geworden ist.

Gut Steinstraß bei Aachen-Horbach, (c) Dr. Hermann Krüssel 2025.
Gut Hebscheid - ehemalige Besitzung des Aachener Augustinerordens, heute Eventlocation, (c) Johannes Maximilian Nießen, 2026.
Gut Hebscheid nahe der belgischen Grenze – ehemalige Besitzung des Aachener Augustinerordens, heute Eventlocation, (c) Johannes Maximilian Nießen, 2026.

Ein besonderes Highlight der Führung waren schließlich die historischen Drucke aus den alten Buchbeständen unserer Schule. Yara stellte dabei verschiedene besondere Werke vor, unter anderem ein Grammatikbuch und eine Sammlung philosophischer Werke.

(c) Yara Issa, 2026.
De ratione communi omnium linguarum et literaru[m] von Theodor Bibliander, (c) Yara Issa, 2026.
(c) Johannes Maximilian Nießen, 2026.
Lateinische Übersetzung von Plutarchs Moralia, (c) Johannes Maximilian Nießen, 2026.

Ganz besonders war aber die Inkunabel, eine Sammlung an Hymnen für den Gottesdienst, die es genau 62 mal auf der gesamten Welt gibt und das darin versteckte handschriftlich beschriebene Pergamentstück.

(c) Wolfgang Wang, 2026.
Präsentation ausgewählter Bücher aus Klosterbeständen, (c) Wolfgang Wang, 2026.
(c) Johannes Maximilian Nießen, 2026.
Inkunabel von 1499 mit Hymnen, (c) Johannes Maximilian Nießen, 2026.
(c) Wolfgang Wang, 2026.
Handschriftenfragment mit Predigtexten des Franziskaners Walter von Brügge (13. Jh.), (c) Wolfgang Wang, 2026.

Zum Abschluss ging es noch einmal um die Spuren, die auch die Jesuiten bis heute auf dem Schulgelände hinterlassen haben. Marco Sievert stellte dazu Portalsteine des ehemaligen Jesuitengymnasiums vor, die sich heute auf dem Schulhof befinden.

So wurde die Geschichte des ehemaligen Augustinerklosters nicht nur durch Jahreszahlen und Fakten vermittelt, sondern durch persönliche Geschichten, Gebäude und Bücher zum Leben erweckt.

(c) Johannes Maximilian Nießen, 2026.
Ledereinband und Metallschließe der Inkunabel von 1499, (c) Johannes Maximilian Nießen, 2026.

Bestände aus Klosterbibliotheken in Aachens Gymnasialbibliothek

Eine wichtige Voraussetzung für weiterführende Überlegungen zur Zukunft der historischen Lehrerbibliothek des Kaiser-Karls-Gymnasiums (KKG) besteht in der Erhellung bislang ungeklärter Besitzverhältnisse. Wie bei einer ganzen Reihe von Gymnasialbibliotheken1 haben im Laufe der Zeit auch Bestände aus Klosterbibliotheken Eingang in die historische Lehrerbibliothek des KKG gefunden. Zwei handschriftliche Konvolute vom Beginn des 20. Jahrhunderts helfen, diese Bestände zu rekonstruieren, da sie rund 60 Titel auflisten, die ursprünglich aus Klosterbibliotheken stammen sollen. Eine Erschließung dieser Bestände kann somit auch zur Erforschung der regionalen Ordensgeschichte beitragen.2

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  1. Vgl. zur Bibliothek des Collegium Augustinianum Gaesdonck etwa Magofsky/Nießen/Noeske 2023a, S. 45 und Magofsky/Nießen/Noeske 2023b, S. 342–343. [↩]
  2. Vgl. zu den Beständen der Kreuzherren in Wickrath und Hohenbusch bei Erkelenz ausführlich Nießen 2025 und Nießen 2026a. [↩]

Ausstellung zur Historischen Lehrerbibliothek in Herford

Am 13.09.2026, dem Tag des offenen Denkmals, präsentiert der Geschichtsverein die Historische Bibliothek des Friedrichs-Gymnasiums Herford. Erleben Sie Bücher aus dem Bestand und tauchen Sie ein in die wechselhafte Geschichte dieses Herforder Schatzes.

1540 stifteten die Augustiner-Brüder ihren Besitz und ihre Bibliothek der Stadt Herford zur Gründung einer Lateinschule. Diese Bibliothek wuchs über die Jahrhunderte auf 8.240 Bände an. Die ältesten Drucke stammen aus dem Jahr 1482. Bis vor einiger Zeit waren sie in einem ungeeigneten Raum gelagert, der ausgeräumt werden musste. Die Bücher wurden inzwischen restauriert und sicher eingelagert.

Nun ist es an der Zeit, diesen Schatz zu heben.

Ergänzend zur Ausstellung wird es in Zusammenarbeit mit der VHS im Kreis Herford auch zwei Führungen mit Mathias Polster geben, die sich neben der Austellung allgemeiner mit den Themen Buch und Bibliothek beschäftigen.

Treffpunkt für die Führungen ist am Brunnen auf dem Münsterkirchplatz.

Die Führungen sind entgeltfrei und starten um 14:00 Uhr und um 16:00 Uhr.

Die Bibliothek des Katholischen Gymnasiums Glogau 
und ihre Spuren im Archiv des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke

Im Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin liegen die Arbeitsunterlagen eines der größten bibliografischen Langzeitprojekte überhaupt: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts erfasst der Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW) alle weltweit bekannten Inkunabelausgaben. Die Arbeitsmaterialien des GW umfassen neben einer eigenen Handbibliothek und zahlreichen Karteikarten auch sämtliche Manuskriptzettel, die dem gedruckten GW als Vorlage dienten sowie ordnerweise Korrespondenzen mit Institutionen, Antiquaren und privaten Sammlern.

Die Bibliothek des Katholischen Gymnasiums Glogau 
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Mercator-Atlas aus historischer Schulbibliothek des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums und einzigartige Inkunabel nach Restaurierung zurück in Wuppertal

Weltweit einzigartig: Über 500 Jahre altes Buch zurück in Wuppertal

Mit Dank an Felicitas Noeske für den Hinweis auf die Provenienz der Inkunabel hier: GW. Incunable M4538010 und hier: Inkunabeln Wuppertal StB

Vgl. auch:

Historische Schulbibliothek des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums ist vollständig digitalisiert | bibliotheca.gym

und

Schulbibliothek in Wuppertal | bibliotheca.gym

“Vielseitige Buchpatienten” schon Buch des Monats der Pirckheimer-Gesellschaft

Die Pirckheimer-Gesellschaft kürte jüngst den Begleitband zur Verdener Sonderausstellung über restaurierte Werke aus der Historischen Bibliothek des Domgymnasiums zum Buch des Monats Juni – zusammen mit einer schönen Rezension. Pirckheimer-Blog

(*Link geändert, weil man die vorigen Monate ebenfalls sehen kann)

Das Buch ist für 20 € im Historischen Museum Domherrenhaus Verden zu erwerben (Kontaktdaten).

Vom Dachboden der Augustinerschule Friedberg ins Hessische Staatsarchiv

Archivalia macht aufmerksam auf den Fund einer “Schatzkammer” und verlinkt den Bericht darüber aus dem Newsletter:

In Dachbodenräumen hütete die Augustinerschule, ein Gymnasium, nicht nur eine historische Schulbibliothek, sondern auch ein Archiv, das 450 Jahre Schulgeschichte belegt. Die Aktenüberlieferung,, zurückreichend bis ins Jahr 1579, stellt die älteste Schulüberlieferung Hessens dar und wird dem Staatsarchiv Darmstadt übereignet.

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Buchbestände aus dem Kloster Hohenbusch in Aachens historischer Gymnasialbibliothek?

Dieser Beitrag ist ursprünglich im  Heimatkalender des Kreises Heinsberg 2026, S. 233-237, veröffentlicht worden. Die Online-Publikation erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des Heimatkalenders.

Die Klosterbibliothek von Haus Hohenbusch als „Wissensraum“

Haus Hohenbusch bei Erkelenz ist die zweitälteste Niederlassung des Kreuzherrenordens in Deutschland.i Im 17. Jahrhundert waren dort ein zentrales Noviziat sowie ein philosophischer Studienkurs angesiedelt.ii Für die geistige Bewegung des Humanismus zeigten sich die Ordensleute in Hohenbusch bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts aufgeschlossen: Es gab Unterricht in den sogenannten „freien Künsten“ (artes liberales), zu denen auch Grammatik, d.h. klassisches Latein, Rhetorik und Naturwissenschaften gehörten.iii Nicht nur zu diesen Zwecken bedurfte es geeigneter Bücher.

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Erinnerungen an Aachens historische Gymnasialbibliothek

Die Printfassung des Beitrags ist erschienen in: Kaiser-Karls-Gymnasium / Vereinigung der Ehemaligen (Hrsg.): Jahrbuch + Forum 2025/2026, Aachen: Selbstverlag, S. 65-67.

Am 27. März 2026 hatte ich die Gelegenheit, mit Herrn Martin Wüller, heute Schulleiter des Dalton-Gymnasiums Alsdorf, ein interessantes Gespräch zu führen: Herr Wüller berichtete nämlich aus seiner Schulzeit in den 1980er Jahren und vor allem von seinem Engagement für die historische Lehrerbibliothek des Kaiser-Karls-Gymnasiums, die im Jahr 2025 nach rund 200 Jahren ihren angestammten Platz hat verlassen müssen. Auf Initiative des vielseitig engagierten Latein- und Altgriechischlehrers Dr. Franz Heidbüchel (1925 bis 2004)1 versah Wüller zusammen mit seinem Mitschüler Norbert Biermann, heute Professor für Repertoire an der Universität der Künste Berlin, von der 9./10. Klasse bis zum Abitur, d. h. in den Jahren 1984 bis 1987, einen besonderen Dienst in der Lehrerbibliothek. Im Falle von Herrn Wüller motivierte diese Tätigkeit sogar dazu, den Beruf des Bibliothekars als Berufswunsch ernsthaft zu erwägen.

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  1. Dieser organisierte in den 1970er Jahren die ersten Griechenlandfahrten und vermehrte die Bibliotheksbestände noch bis Ende der 1960er Jahre, z. B. Franz Bömer: Kommentar zu Ovids Metamorphosen, Heidelberg: Winter 1969ff.; Friedrich Klingner: Virgil. Bucolica, Georgica, Aeneis. Zürich/Stuttgart: Artemis 1967. Diese Hinweise verdanke ich Dr. Hermann Kramer. [↩]

Zur Medialität von historischen Schulbibliotheken: Eine Frage des Stils?

Der Soziologe Dirk Baecker hat unlängst das 110-seitige Buch mit dem Titel Digitalisierung veröffentlicht, in dem er u. a. die These vertritt, dass Digitalisierung in der Negation des Widerstands der analogen Wirklichkeit, besagter gesellschaftlicher Digitalisierung, bestehe (vgl. a. a. O., S. 97).

Unter den Einsichten seines der Systemtheorie Niklas Luhmanns in Inhalt und sprachlicher Form gleichermaßen verpflichteten Essays findet sich auch eine, die für den gesellschaftlichen Umgang mit Bibliotheken bedenkenswert ist:

„‚The medium is the message‘, ist das berühmte Diktum von Marshall McLuhan: ‚Denn die ‚Botschaft‘ jedes Medium oder jeder Technik ist die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt.‘ Später heißt es: ‚The Medium is the Message‘. Denn in der Tat: Unterschiedlich ‚massiert‘ werden Körper, Psyche und Sozialverhalten der Menschen je nach den Medien, denen sie ausgesetzt sind und sich aussetzen. Man liest nicht nur ein Buch, schaut nicht nur Fernsehen, pflegt nicht nur sein Profil in einem sozialen Netzwerk, um sich mit Information zu versorgen, sondern man macht etwas mit sich und aus sich, indem Auge und Geist den Zeilen eines Buches folgen, sich den bewegten Bildern des Fernsehens ausliefern oder ein Profil daraufhin bewerten, wie es sich im Vergleich zu anderen Profilen bewährt. Man bleibt aktiv, jedoch im Duktus, Rhythmus und Stil des Mediums, in dem man sich bewegt.“

(Textnachweis: Dirk Baecker: Digitalisierung, Berlin: Suhrkamp 2026, hier: S. 34)

Als heterotope Wissensräume, juristische Sachgesamtheiten, historische Überlieferungszusammenhänge, schriftliches Kulturgut, Praktiken dokumentierende Akteur-Netzwerke und (außer)schulische Lernorte mögen auch und insbesondere historische Schulbibliotheken und -archive als analoge Widerstandsposten erscheinen, vermögen sich im Spiegel von Baeckers Thesen jedoch im Letzten als gesellschaftliche Bedingungen der Möglichkeit von Digitalisierung zu behaupten.