Buchbestände aus dem Kloster Hohenbusch in Aachens historischer Gymnasialbibliothek?

Dieser Beitrag ist ursprünglich im  Heimatkalender des Kreises Heinsberg 2026, S. 233-237, veröffentlicht worden. Die Online-Publikation erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des Heimatkalenders.

Die Klosterbibliothek von Haus Hohenbusch als „Wissensraum“

Haus Hohenbusch bei Erkelenz ist die zweitälteste Niederlassung des Kreuzherrenordens in Deutschland.i Im 17. Jahrhundert waren dort ein zentrales Noviziat sowie ein philosophischer Studienkurs angesiedelt.ii Für die geistige Bewegung des Humanismus zeigten sich die Ordensleute in Hohenbusch bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts aufgeschlossen: Es gab Unterricht in den sogenannten „freien Künsten“ (artes liberales), zu denen auch Grammatik, d.h. klassisches Latein, Rhetorik und Naturwissenschaften gehörten.iii Nicht nur zu diesen Zwecken bedurfte es geeigneter Bücher.

Den Zusammenhang zwischen der internen Entwicklung des Klosters Hohenbusch und seinen Bibliotheksbeständen – oder: die „Wechselwirkung“ zwischen „Leser und Bibliothek“iv – hat Dr. Harald Horst, Handschriftenbibliothekar der Diözesan- und Dombibliothek Köln, umfassend untersucht.v Dazu hat er unter Anderem eine im Rahmen der Säkularisierung von Kloster Hohenbusch durch den Sonderkommissar (Commissaire spécial) und Bibliothekar Johann Bernhard Constantin von Schönebeck (1760–1835) für die Bibliothek der 1798 eröffneten Zentralschule (École centrale) in Köln erstellte Liste ausgewertet und veröffentlicht.vi Schönebecks Auswahl umfasste insgesamt zwölf Urkunden und 260 Buchtitel, die versiegelt und ‚vergessen‘ in drei Kisten rund zehn Jahre in Hohenbusch überdauerten, bis sie im Jahr 1812 dem Bischof des Bistums Aachen, Jean Denis François Le Camus, für dessen eigene Bibliothek sowie die Bibliothek des Priesterseminars, das sich auch nach Auflösung des Erzbistums weiterhin in Köln befand, angeboten wurden.vii Der letztgenannte Bestimmungsort vermag zu erklären, warum ein Teil der ursprünglich getroffenen Auswahl in die heutige Diözesan- und Dombibliothek Köln gelangt ist. Der Verbleib der anderen Bücher ist bis heute ungeklärt. Mit Blick auf Aachen kommt Horst zu der folgenden, eher ernüchternden Einschätzung:

„Ob ein Transport der Bücher aus Hohenbusch an den Bischofssitz in Aachen überhaupt jemals stattgefunden hat, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.“viii

Wie im Folgenden darzustellen ist, gibt es immerhin einigen Grund zu der Annahme, dass sich sechs der fraglichen Bücher in Aachens historischer Gymnasialbibliothek befunden haben oder befinden.ix

Hinweise auf Bücher aus Hohenbusch in Aachens historischer Gymnasialbibliothek

Aachens historische Gymnasialbibliothek ist eine von etwa 100 ihrer Art in Deutschland bzw. zehn in Nordrhein-Westfalen. Ihr kulturhistorisch beachtlicher Bestand, der sich mehr als zweihundert Jahre am Standort des heutigen Kaiser-Karls-Gymnasiums (von 1804 bis 1814 École Secondaire) befand, ist zur dauerhaften unterrichtlichen Umnutzung der bisherigen Räumlichkeiten mittlerweile an einem anderen Ort untergebracht. Umgezogen sind rund 1.000 Regalmeter Schulprogramme und Bücher – 22.500 Titel, von denen einige bis zu 500 Jahre alt sind.x Hinzu kommen eine Reihe von Unterlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die die Überlieferungsgeschichte des Bibliotheksbestands dokumentieren, wie etwa handschriftliche Kataloge (ca. 1840ff.) oder zwei Konvolute vom Beginn des 20. Jahrhunderts mit den Titeln Bibliothek. Spezialkataloge: Material, verwertet für das Kap[i]t.[el] des Gesamtkatalogs von Prof. Dr. Arens (Tischschublade.) und Bücher der Bibl. K[aiser-]K[arls-]G.[ymnasium] aus Klosterbibliotheken (auch Soc.[ietas] Jesu).xi Beide Konvolute bieten zahlreiche Einzeltitelaufnahmen, die das Alter, die Vorbesitzer und weitere Besonderheiten einzelner Bände dokumentieren, wie etwa handschriftliche Bemerkungen oder Beobachtungen zur Einbandgestaltung.xii Die Titelaufnahmen stimmen bei beiden Konvoluten weitgehend überein: In dem Konvolut Spezialkataloge sind die Titel, wo immer es der Fall war, nach den Ordensgemeinschaften geordnet, denen die Exemplare gehörten, ehe diese in den Bestand der Gymnasialbibliothek übergingen. Verzeichnet sind Exemplare aus den Konventen der Aachener Augustinereremiten, der Aachener und Aldenhovener Kapuziner, der Aachener Karmeliten, der Aachener, Kölner und Maastrichter Jesuiten, einem Konvent Winthal sowie der Kreuzherren und ihrer Klosterschule in Wickrath.xiii Aus dem Kreuzherrenkonvent Hohenbusch (Conventus Alti Nemoris) verzeichnet das Konvolut Spezialkataloge die folgenden vier Bände, die sich auch in Schönebecks Liste derjenigen Exemplare aus Hohenbusch finden, die später Bischof Camus angeboten worden sind:

  • P. Vergilii Maronis Bucolicorum, Georgicorum et Aeneidos … cumServii Mauri Honorati expositione. Pars prima, Basel: Joannes Valderus 1534; Holzeinband ([alte Signatur:] I 226 / L.-B. 1421);xiv
  • In hoc volumine haec continentur: Rhetoricam ad Herennium M. T. Ciceronis de inventione (7 Schriften) … Post Naugerianam et Victorianam correctionem emendati a Ioan. Sturmio, Strassburg: Wendelin Rihel 1540 (mense Julio); Holzeinband ([alte Signatur:] I 273 / L.-B. 3921);xv
  • Aonii Palearij Verulami epistularum lib. IV orationes libr. XII de animorum immortalitate lib. III, Basel: Joannes Opornus [o.J.]; Vorbesitzer: Jo(h)annes Rourmans, Jesuitenschule Maastricht (Gymnasium Societatis Jesu Traiectensis);xvi Ledereinband ([alte Signatur:] I 367);xvii
  • Orationum, quae Argentinensi Academiae exercitii gratia scriptae et recitatae ab illustr. generos. nobil. et aliis, ad tractandum per propositae fuerunt a Melchiore Junio Witebergensi, eloquentiae ibidem professore secundus tomus, Strassburg: Lazarus Zetzners Erben 1620; Pergamenteinband.xviii

Bestände aus Hohenbusch betreffende Einzelseiten aus dem Konvolut “Bibliothek. Spezialkataloge: Material, verwertet für das Kap[i]t.[el] des Gesamtkatalogs von Prof. Dr. Arens (Tischschublade.)”; Fotos: Johannes Maximilian Nießen, 2024.

Das Konvolut Bücher der Bibl.[iothek] K[aiser-]K[arls-]G.[ymnasium] aus Klosterbibliotheken verzeichnet überdies zwei naturwissenschaftliche Titel von Schönebecks Liste:

  • Lonicer. Naturalis historiae opus novum. + I.[ndice?], Frankfurt: Egenolph 1551 [sic!] ([alte Signatur:] IV 17 / L.-B. 1448);xix
  • Clavii In Sphaeram Ioannis De Sacro Bosco commentarius, Roma 51606 ([alte Signatur:] IV 24 / L.-B. 1443).xx

Schließlich findet sich ebenda der mit „angeblich“ gekennzeichete Titel, der nicht in Schönebecks Liste enhalten ist:

  • Dessenius. De Compositione medicamentorum, Frankfurt: Egenolph 1533 [sic!].xxi

Bestände aus Hohenbusch betreffende Einzelseiten aus dem Konvolut “Bücher der Bibl. K[aiser-]K[arls-]G.[ymnasium] aus Klosterbibliotheken (auch Soc.[ietas] Jesu)”; Fotos: Johannes Maximilian Nießen, 2024.

Resümee

Diese historischen Drucke aus dem 16. und 17. Jahrhundert, zu denen neben Ausgaben von bis heute klassischen lateinischen Schulautoren auch rhetoriktheoretische und naturwissenschaftliche Schriften protestantischer Gelehrter gehören, was für den Humanismus, der auch im Kloster Hohenbusch Einzug hielt, nicht untypisch gewesen sein dürfte, sind aus den dortigen Beständen nicht etwa im Zuge der Gegenreformation ausgesondert worden, an der sich das Kreuzherrenkloster ansonsten tatkräftig beteiligte.xxii Wie Harald Horst zeigen konnte, hat sich das Kloster Hohenbusch vielmehr im Zuge der Säkularisierung von diesen Titeln verabschiedet, da sie allesamt auch in der von Sonderkommissar Schönebeck für die Kölner Zentralschulbibliothek zusammengestellten Liste erscheinen, die Horst publiziert hat.

Die Übereinstimmung von Schönebecks Liste mit den auszugsweise vorgestellten Unterlagen aus Aachens historischer Gymnasialbibliothek stützt nicht nur Horsts Rekonstruktion des Bibliotheksbestands des Klosters Hohenbusch, sondern vermag darüber hinaus zu zeigen, dass zumindest ein Teil der ursprünglich von Schönebeck getroffenen Auswahl tatsächlich nach Aachen gelangte, nachdem ein entsprechendes Angebot an Bischof Camus erfolgt war. Ungeklärt bleibt allerdings, ob diese Auswahl Camus bzw. dessen Bibliothek je erreichte und aus welchen Gründen die sechs genannten Werke Eingang in die Aachener Gymnasialbibliothek, d.h. den Bibliotheksbestand der damaligen École Secondaire, fanden.xxiii

Besonders ernüchternd ist schließlich, dass es mir bisher leider nicht gelungen ist, die genannten Titel im Bestand der historischen Gymnasialbibliothek tatsächlich ausfindig zu machen.xxiv Sofern die Titel nicht einen anderen, heute nicht mehr nachvollziehbaren Weg genommen haben, dürfte dies in erster Linie daran liegen, dass sich die Signaturen und mithin die Standorte im Laufe der Jahrhunderte geändert haben – wobei erschwerend hinzukommt, dass die historische Lehrerbibliothek des Kaiser-Karls-Gymnasiums in der jüngeren Vergangenheit nicht zwischen Rara und sonstigen Beständen unterschied. Vielleicht bieten der im Frühjahr 2025 erfolgte Umzug von Aachens historischer Gymnasialbibliothek sowie hoffentlich fruchtbringende Überlegungen zu ihrer endgültigen Unterbringung neben Bestandserhaltung, Katalogisierung und Digitalisierung ja auch die Gelegenheit zu einem Abgleich der Titelaufnahmen und dem tatsächlichen Bestand. Auch eine Auswertung des ältesten erhaltenen Katalogs (ca. 1840) erscheint in diesem Zusammenhang vielversprechend.

i Vgl. Körfer, Frank: „Das schönste Mönchskloster im Jülicher Land“. Haus Hohenbusch und seine Geschichte, in: Czapla, Ralf Georg, Horst, Harald (Hrsg.): Wissensvermittlung zwischen Handschrift und Wiegendruck. Studien zur Bibliothek des Kreuzherrenklosters Hohenbusch (Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande 27), Erkelenz 2013, S. 23–38, hier: S. 24 u. Horst, Harald: Wissensraum am Niederrhein im Wandel. Die Bibliothek des Kreuzherrenklosters Hohenbusch zwischen Spiritualität und Verweltlichung, in: Speer, Andreas, Reuke, Andreas (Hrsg.): Die Bibliothek – The Library – La Bibliothèque. Denkräume und Wissensordnungen (Miscellanea Mediaevalia 41), Berlin u.a. 2020b, S. 121–134, hier: S. 123. Vgl. zur Geschichte der Kreuzherren im Allgemeinen und des Klosters Hohenbusch im Besonderen etwa Aretz, Hugo: Die Kreuzherren von Hohenbusch (Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande 2), Erkelenz 1990 (Neudruck Erkelenz 1982); Korte-Böger, Andrea: Hohenbusch und die Klosterkultur der Kreuzherren im Rheinland. Eine Einführung, in: Czapla, Ralf Georg, Horst, Harald (Hrsg.): Wissensvermittlung zwischen Handschrift und Wiegendruck. Studien zur Bibliothek des Kreuzherrenklosters Hohenbusch (Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande 27), Erkelenz 2013, S. 14–22; Körfer 2013, S. 23–38; Horst, Harald: Wissensraum Klosterbibliothek Hohenbusch. Die Bibliothek des Kreuzherrenklosters Hohenbusch und ihre Rekonstruktion in kulturhistorischer Perspektive (Libelli Rhenani 76), phil. Diss. Berlin, Köln 2020a, S. 24–60 u. Horst 2020b, S. 121–124.

ii Vgl. Aretz 1982, S. 38–41; Korte-Böger 2013, S. 21; Schmitz, Michael: Die Kreuzherrenklöster Wickrath und Hohenbusch. Beziehungen, Gemeinsamkeiten und Streitigkeiten, in: Czapla, Ralf Georg, Horst, Harald (Hrsg.): Wissensvermittlung zwischen Handschrift und Wiegendruck. Studien zur Bibliothek des Kreuzherrenklosters Hohenbusch (Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande 27), Erkelenz 2013, S. 159–172, hier: S. 164–166; Horst 2020a, S. 57–60 u. Horst 2020b, S. 123 u. 131.

iii Vgl. Horst 2020b, S. 131 mit Horst 2020a, S. 373–391. Vgl. zum Humanismus im Kreuzherrenorden auch Dörner, Gerald: „Scientia latet in cucullis“. Zur Frage: Kloster und Humanismus, in: Czapla, Ralf Georg, Horst, Harald (Hrsg.): Wissensvermittlung zwischen Handschrift und Wiegendruck. Studien zur Bibliothek des Kreuzherrenklosters Hohenbusch (Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande 27), Erkelenz 2013, S. 117–134.

iv Horst 2020b, S. 126.

v Vgl. Horst 2020b, S. 121 mit Horst 2020a. Vgl. auch Horst, Harald: Was nach der Säkularisation übrigblieb. Die Handschriften und Inkunabeln aus der Klosterbibliothek zu Hohenbusch, in: Czapla, Ralf Georg, Horst, Harald (Hrsg.): Wissensvermittlung zwischen Handschrift und Wiegendruck. Studien zur Bibliothek des Kreuzherrenklosters Hohenbusch (Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande 27), Erkelenz 2013, S. 39–78, hier: S. 39–67. Vgl. zur Bibliotheksgeschichte in aller Kürze Horst 2020b, S. 131–134. Bücher von 1520 bis 1700, zu denen auch die im Folgenden vorgestellten Exemplare gehören, machten etwa die Hälfte des Bestands von Hohenbusch aus (vgl. Horst 2020b, S. 128).

vi Vgl. Horst 2020a, S. 67–73. Die vollständige Liste findet sich bei Horst 2020a, S. 86–232; auszugsweise findet sich die Liste bei Aretz 1982, S. 55–56 und Horst 2013, S. 68–78.

vii Vgl. Horst 2020b, S. 124 mit Horst 2020a, S. 74–80.

viii Horst 2020a, S. 80.

ix In der bei Horst 2020b, S. 124, Anm. 13 aktualisierten Aufzählung derjenigen Einrichtungen, in denen sich einzelne Bücher aus Hohenbusch finden, wird Aachens historische Gymnasialbibliothek nicht berücksichtigt; in seiner Edition von Schönebecks Liste bezeichnet Horst 2020a den Verbleib der im Folgenden erwähnten Exemplare als „unbekannt“.

x Vgl. für einen kurzen Überblick über die Bestandsgeschichte Marczok-Falter, Stefan, Wynands, Dieter P. J.: Lehrerbibliothek des Kaiser-Karls-Gymnasiums, in: Corsten, Severin, Feldmann, Reinhard (Hrsg.): Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Bd. 3. Nordrhein-Westfalen. A–I. Hildesheim 1992, S. 74–77 und über die jüngsten Entwicklungen Nießen, Johannes Maximilian: Zwischen Praxeologie und Pragmatismus: Die Lehrerbibliothek des KKG geht auf Reisen, online in: https://doi.org/10.58079/12l3i [20.06.2025] u. Nießen, Johannes Maximilian: Die Lehrerbibliothek des KKG auf ihrem Weg durch die Zeit, in: Pro Lingua Latina 26 2025a, p. XXVI–XXXVII.

xi Diese dienten möglicherweise wiederum als Vorarbeit für das ebenfalls unter den Unterlagen zu findende, 57 Seiten umfassende Manuskript Geschichte der Lehrerbibliothek des Kaiser-Karls-Gymnasiums 1818–1918 von Prof. Dr. Eduard Arens.

xii Das letztgenannte Konvolut bietet zudem die alten, seinerzeit in dafür vorgesehene Lücken im Bibliotheksstempel eingetragenen Signaturen nach dem Muster „[römische Ziffer] [arabische Ziffer] / L.[ehrer]-B.[ibliothek] [arabische Ziffer]“.

xiii Vgl. Nießen, Johannes Maximilian: Ein ‚Hypertext‘ von 1541 vom Kaiser-Karls-Gymnasium: Eine Aldus-Ausgabe mit beeindruckendem Einband, interessanten Provenienzen und mittelalterlichen Makulaturen, in: Pro Lingua Latina 26 2025b, p. XXXIX–LIV. Die entsprechenden Einzeltitelaufnahmen mit dem Ist-Bestand der historischen Gymnasialbibliothek abzugleichen, bleibt Aufgabe der Forschung.

xiv P.[ublii] Vergilii Maronis Bucolicorum, Georgicorum et Aeneidos. Cum accurata simul fideli Servii Mauri Honorati expositione. Pars prima, Basel 1534; in der Liste bei Horst 2020a, S. 91. Vgl. zu diesem Titel ausführlich Horst 2020a, S. 376 sowie Dörner 2013, S. 133.

xv In hoc volumine haec continentur: Rhetoricam ad C.[aium] Herennium lib.[ri] III. M.[arci] T.[ullii] Ciceronis de inventione lib.[ri] II […] Post Naugerianam et Victorianam correctionem emendati a Ioan.[ne] Sturmio. Omnia et paginatum et versuum numero atq[ue] longitudine Aldinis respondent. Index rerum notabilium, quae toto opere continentur, per ordinem alphabeti, Straßburg 1540; in der Liste bei Horst 2020a, S. 91. Vgl. zu diesem Band ausführlich Horst 2020a, S. 374 sowie Dörner 2013, S. 133. Die im Konvolut Bücher der Bibl.[iothek] K[aiser-]K[arls-]G.[ymnasium] aus Klosterbibliotheken angegebene Signatur dieses Bandes ist allerdings mit der Titelaufnahme der bei Nießen 2025b besprochenen Aldus-Ausgabe von 1541 aus der Klosterschule Wickrath (weitere Vorbesitzer: 1. Johannes Vilthoyd, 2. Heinrich Bolster, 3. Johannes Buchler) identisch, wobei es sich um eine Verwechslung mit dieser handeln dürfte. Für eine Verwechslung spricht folgende, durchgestrichene [!] Bemerkung in der Titelaufnahme des Konvoluts Bücher der Bibl.[iothek] K[aiser-]K[arls-]G.[ymnasium] aus Klosterbibliotheken: „vielleicht nach dem Einband aus Sammlung der Schriften Ciceros im Besitz des Johannes Vilthot Herfordiensis stammend.“ Vgl. zu den Beziehungen zwischen den Kreuzherrenklöstern Wickrath und Hohenbusch Schmitz 2013, S. 159–172.

xvi Im Konvolut Bücher der Bibl.[iothek] K[aiser-]K[arls-]G.[ymnasium] aus Klosterbibliotheken heißt es dazu: „Dies Buch hatte Joannes Rourmans aus Maastricht 1681 auf dem dortigen Jesuitengymnasium als Prämium erhalten.“ Das Konvolut Spezialkataloge bietet die Transkription der entsprechenden handschriftlichen Bemerkung im Buch: „(letztes Blatt:): Ex / Classe Eloquentiae / Ad / Logicam Gratum Facienti Sexto / Joanni Rourmans / Traie? / In Gymnasio / So?i(etat)is / Jesu Traiec(tensis) 1681.“ Dieser Besitzvermerk war Horst 2020a, S. 246–248 unbekannt.

xvii Aonii Palearii Verulami epistularum lib.[ri] IIII. Orationes XII. De animorum immortalitate lib.[ri] III, Quòd scripta est oratio in L.[ucium] Murenam, praemissa sunt quaedam ex M.[arci] Tullii oratione pro L.[ucio] Murena. Accessit quoq[ue] rerum et verborum Index, Basel o.J. [1566?]; in der Liste bei Horst 2020a, S. 86 auf 1564 datiert.

xviii Orationum, quae Argentinensi Academiae exercitii gratia scriptae et recitatae ab illustrib.[us] generos.[is] nobilibus et aliis: Ad tractandum per propositae fuerunt a Melchiore Junio Witebergensi, eloquentiae ibidem professore. Secundus tomus. Orationes ad Genus causae Demonstrativum pertinentes complectens, Straßburg 1620; in der Liste bei Horst 2020a, S. 106. Vgl. zu diesem Titel ausführlich Horst 2020a, S. 375.

xix Dass in der Liste bei Horst 2020a, S. 97 das Erscheinungsjahr 1555 angegeben wird, steht nicht in Widerspruch zur Titelaufnahme des Konvoluts, da auch ein anderes Exemplar, das dem Digitalisat bei der Österreichischen Nationalbibliothek (http://data.onb.ac.at/rep/105768AE [20.06.2025]) zugrundeliegt, auf die Jahre 1551 bis 1555 datiert wird: Naturalis historiae opus novum. In quo tractatur de natura et viribus arborum, fructicum, herbarum, Animantiumq[ue]; terrestrium, volatilium et aquatilium: Item, Gemmarum, Metallorum, Succorumq[ue]; concretorum, adeoq[ue]; de vera cognitione, delectu et usu omnium simplicium medicamentorum, quorum et Medicis et Officinis usus esse debet: Una cum eorundem ad vivuum effigiatis imaginibus. Ex utriusq[ue]; lingu[a]e summorum virorum penetralibus, summo labore et studio conscripta, Per Adamum Lonicerum. Accesserunt quaedam de stillatiorum liquorum ratione, eiusq[ue] artis et Instrumentorum usu, atque de peculiaribus medicamentorum simplicium facultatibus. Cum indice quintuplici: Graeco, Latino, Germanico, Gallico, et morborum Medicinas continente, Frankfurt 1551–1555.

xx Christophori Clavii Bambergensis, ex Societate Iesu, in Sphaeram Ioannis De Sacro Bosco commentarius, Rom 1570; in der Liste bei Horst 2020a, S. 106 auf 1606 datiert. Vgl. zu diesem Titel ausführlich Horst 2020a, S. 386.

xxi Das Exemplar aus der Bayerischen Staatsbibliothek (Signatur: 2 M.med. 4#Beibd.2), das dem Digitalisat beim Münchener DigitalisierungsZentrum (https://mdz-nbn-resolving.de/details:bsb10147767) [20.06.2025]) zugrundeliegt, wird auf 1555 datiert: De compositione medicamentorum, hodierno aevo, apud pharmacopolas, passim extantium: et quo artificio eadem rectè parari queant, cum Simplicium, atque Aromatum (quibus consistunt) expositionibus, ac plerorumq[ue]; omnium delectu, Libri decem. Non Medicis et Pharmacopoeis tantum, sed omnibus insuper rerum cognoscendarum studiosis, utilisimi pariter ac necessarij. Ubi singula ad ipsissimam veritatem expenduntur, plurimi errores aperiuntur, et controversiae frequentes conciliantur, Autore Bernardo Dessennio Cronenburgio, Doctore Medico Coloniensi. In invidiam autor: Docta manus Medici, tractat genus omne malorum, Ast mordax livor, spernit opem medicam. Quid unoquoq[ue] libro continetur, versa pagina indicat. Cum Indice locupletissimo, Latino de Germanico, Frankfurt 1555.

xxii Vgl. Horst 2020b, S. 128.

xxiii Der Umstand, dass das Konvolut Bücher der Bibl. K[aiser-]K[arls-]G.[ymnasium] aus Klosterbibliotheken die Signaturen bietet, spricht gegen die Annahme, dass es sich bei den Titelaufnahme etwa bloß um die Dokumentation von Suchanfragen an die historische Gymnasialbibliothek gehandelt haben könnte. Koss, Helene: Aachener Bibliotheksführer, Aachen 1925, S. 35 zufolge – allerdings ohne Angabe der entsprechenden Quelle – soll 1826 der damalige Kölner Erzbischof, Ferdinand August von Spiegel, 297 Werke der vormaligen Aachener Diözesanbibliothek an die Aachener Gymnasialbibliothek überwiesen haben. Dass Bestände aus Hohenbusch inklusive der sechs genannten Werke darunter gewesen sein könnten, erscheint unwahrscheinlich. Horst 2020a, S. 80 stellt nämlich fest, dass ein Katalog des Kölner Priesterseminars von 1825 die Titel von Schönebecks Liste noch nicht enthielt. Dies würde bedeuten, dass die Bücher innerhalb eines kurzen Zeitraums von etwa einem Jahr erst in Köln angekommen, dort gesichtet und nach Aachen zurücküberwiesen worden sein müssten.

xxiv Der Katalog des Hochschulbibliothekszentrums des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) listet im Bestand in Bibliotheken: Kaiser-Karls-Gymnasium, Lehrerbibliothek (https://nrw.digibib.net/search/hbzvk/list?be-hbzvk-sort=relevance&count=20&q-al=.&start=1&be-hbzvk-add-fq=hasItem.heldBy.label.raw%3AKaiser-Karls-Gymnasium%2C+Lehrerbibliothek [20.06.2025]) nur die Vergil-Ausgabe von 1534. Bei Marczok-Falter, Wynands 1992 finden Bestände aus Hohenbusch oder anderweitigen Klosterbibliotheken keine Erwähnung.

 

Johannes Maximilian Nießen
Johannes Maximilian Nießen

OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Johannes Maximilian Nießen (1. Juni 2026). Buchbestände aus dem Kloster Hohenbusch in Aachens historischer Gymnasialbibliothek? bibliotheca.gym. Abgerufen am 6. September 2026 von https://doi.org/10.58079/16aw5


Ein Gedanke zu „Buchbestände aus dem Kloster Hohenbusch in Aachens historischer Gymnasialbibliothek?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.